Strompreis: Energie Burgenland will noch unabhängiger werden

26.11.2021
Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma
<br /> - Quelle: APA/ROBERT JAEGERVorstandsvorsitzender Stephan Sharma
- Quelle: APA/ROBERT JAEGER

Die Energie Burgenland sieht durch die jüngste Steigerung bei den Strompreisen ihre Strategie, den Ausbau der Erneuerbaren Energie zu forcieren bestätigt. Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma verwies am Freitag auf die Abhängigkeit von internationalen Märkten, so sei etwa der Gaspreis "so nicht erwartbar" gewesen. Die Strompreiserhöhung falle nun mit 6,7 Euro im Monat aber etwas geringer aus, was auch darauf zurückzuführen sei, dass es 2022 keinen Ökostrom-Förderbeitrag gebe.

Sonne und Wind werden im Burgenland bereits reichlich für die Stromproduktion genutzt, im Winter oder an windstillen Tagen muss aber Energie importiert werden. Um den gesamten Energiebedarf im Burgenland zu decken, werden rund 50 Prozent durch Import abgedeckt - großteils aus Gas und Öl. Ziel sei es, das Burgenland vom Import und der nicht prognostizierbaren Preisentwicklung unabhängiger zu machen. "Die Abhängigkeiten kann man nur lösen, wenn man auf eigene Erzeugung setzt. Mit jeder Erneuerbaren Energie-Anlage reduzieren wir den Import", gab Sharma zu bedenken.

Seit Jahresbeginn werde der Weg bereits konsequent verfolgt, gleichzeitig habe man neue Produkte geschaffen, verwies der Vorstandsvorsitzende auf "SonnenMax" und "SonnenMarie", womit sich mit privaten Photovoltaikflächen 100 Euro pro Jahr einsparen ließen. Für jene ohne Möglichkeit einer eigenen PV-Anlage gebe es das "SonnenAbo" mit Fixpreisen. "Wir bleiben ein verlässlicher Partner und der billigste Anbieter, auch nach der Preisanpassung", betonte Sharma.

Für die jüngste Preiserhöhung verwies er auf die extrem gestiegenen Gaspreise und dafür gebe es mehrere Gründe. Sharma nannte etwa den höhen Energiebedarf in Asien, wodurch für Europa geplanten Mengen nun nach Asien fließen, geringere Lieferungen aus Russland, das aber die gebuchten Kapazitäten erfülle, niedrigere Speicherstände in Österreich und die Geopolitik. Ausschlaggebend für die Preisentwicklung sei auch der CO2-Preis, der mit klimapolitischen Zielen zu erklären sei.

Die Energie Allianz, an der die Energie Burgenland mit 10 Prozent beteiligt ist, lege die Preise gemeinsam fest. Das enorme Plus bei den Beschaffungskosten werde aber nicht weitergegeben, betonte Sharma. Nachdem nun der Ökostrom-Förderbeitrag für 2022 ausfällt, steigen die Stromkosten für einen durchschnittlichen Haushalt im Burgenland um 6,7 Euro pro Monat, ein Plus von 10 Prozent.

Intensiv diskutiert werde in der Energie Allianz derzeit auch der Preis für Gas, auf die Frage ob es für die Haushalte auch hier demnächst zu einer Erhöhung kommt, meinte Sharma, dass es bis Jahresende zu keiner Anpassung kommt: "Wir versuchen, an einer Lösung zu arbeiten." Für das Burgenland sei eine neue Wärmestrategie geplant, dazu verwies er auf Luft-Wärme-Pumpen.

Quelle: APA