Holzpellets-Preise dürften ab März wieder sinken

14.01.2022
Kein Mangel an Pellets zum Heizen
<br /> - Quelle: APA (Themenbild)Kein Mangel an Pellets zum Heizen
- Quelle: APA (Themenbild)

Lieferverzögerungen durch eine Knappheit bei Holzpellets zum Heizen gibt es derzeit keine. Das betont der Branchenverband proPellets Austria. In allen Regionen Österreichs gebe es Lieferzeiten von nur ein, zwei Wochen, so Geschäftsführer Christian Rakos. Die Pellet-Preise, die im letzten halben Jahr angezogen haben, würden wohl im Jänner nochmals leicht zulegen, aber dann ab März/April sinken, so wie jedes Jahr. Dann komme auch wieder die günstigste Zeit für Pellet-Einkäufe.

Aktuell liegen die Pellet-Preise bei 280 bis 320 Euro pro Tonne bzw. 28 und 32 Cents pro Kilogramm, je nachdem wie gut ein Händler eingekauft und bevorratet habe. Noch vor einem dreiviertel Jahr waren die Preise erstmals seit zehn Jahren wieder unter die Marke von 200 Euro/t gefallen. Am günstigsten seien Pellets üblicherweise im April und Mai, so Rakos am Freitag zur APA.

Ausgelöst worden sei der Preisschub durch eine Knappheit an Sägespänen für Pellets, da die Sägewerke nach vorherigen Panikkäufen aufgrund des Bauholzmangels überproduziert hätten und dann ab August unterausgelastet gewesen seien. Ausgegangen sei die Holzknappheit in Europa eigentlich von Amerika, weil die US-Bauwirtschaft geboomt habe und viel Material dorthin exportiert worden sei. Derzeit sei die Sägewerk-Nachfrage wieder hoch, alle Werke würden voll produzieren, und die Verknappung sei behoben.

Die Preise für Pellets würden viel weniger schwanken als jene für Öl oder Gas - und Holzpellets seien auch der mit Abstand günstigste Energieträger, betonte Rakos. Für seinen Jahresbedarf an Brennmaterial komme ein Privater auf Basis der Dezember-Preise gegenüber Öl um 1.000 Euro günstiger weg und um 800 Euro gegenüber Erdgas. Im November lagen die Pellets-Preise um 6,0 Prozent über Vorjahr, Heizöl war um 64,5 Prozent teurer. Im Dezember waren Holzpellets laut Rakos um 14,8 Prozent teurer als ein Jahr davor, Details wird die Statistik Austria kommende Woche veröffentlichen. Im Jänner würden die Preise wohl noch etwas steigen. Nicht nur wegen der Verteuerung des Rohstoffs Sägespäne sei es zu den Preisanstiegen gekommen, sondern auch weil die Strompreise durch die Decke gegangen seien, "das haben manche Pelletierer gemerkt".

Die heimische Pellets-Wirtschaft wächst seit eineinhalb Jahrzehnten sehr stark. 2021 lag die inländische Produktion bei 1,65 Mio. t. Elf weitere Pelletier-Werke seien schon in der Pipeline, sodass die Menge in ein bis zwei Jahren bereits deutlich über 2 Mio. t liegen werde. Österreich sei pro Kopf einer der ganz großen Produzenten weltweit - und die Nutzung sei hierzulande auch dank der starken Pelletkessel-Hersteller sehr intensiv. Dass die heimischen Kesselproduzenten international Markt- und Technologieführer seien, liege an den in Österreich schon vor 40 Jahren eingeführten strengen Luftreinhaltevorschriften, ausgehend von den Bundesländern. Daher hätten die Hersteller die Technik perfektionieren müssen - mit dem Ergebnis, dass die Emissionen bei der modernsten Generation an Pellet-Heizungen schon fast auf dem selben niedrigen Niveau lägen wie bei Gasheizungen, so Rakos.

Quelle: APA