Österreich wird seinen zukünftigen Methan- und Wasserstoffbedarf zu einem guten Teil selbst decken können

Neben des riesigen heimischen Biomethanpotentials von in Summe ca. 33 TWh -berechnet vom Umweltbundesamt bzw. der BEST - ist Österreich auch in der Lage ca. 11 - 24 TWh erneuerbaren Wasserstoff selbst zu produzieren. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie ONE100 sowie zuletzt auch die Studie „Flexibilitäts- und Speicherbedarf im österreichischen Energiesystem“.  

Wie Wasserstoff produziert wird

Durch die Power-to-Gas-Technologie kann überschüssigen Ökostrom in Wasserstoff umgewandelt und langfristig in Porenspeichern, also ehemaligen Gaslagerstätten, langfristig gespeichert werden. Im Projekt EUH2STARS der RAG Austria AG, an dem auch AGGM beteiligt ist, wird die Umsetzung von Untertage-Wasserstoffspeicherung und dessen Integration in ein künftiges Wasserstofftransportnetz weiter vorangetrieben.

Beachtliches Biomethanpotential in Österreich

Das österreichische Biomethanpotential, wird es derzeit nur zu seinem sehr geringen Teil genutzt. Etwa ca. 2 TWh Biogas werden pro Jahr in Österreich produziert, nur ca. 0,15 TWh werden auch tatsächlich zu Biomethan aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist. Dies entspricht ca. 0,17% des jährlichen Gasbedarfs in Österreich. Aus dem restlichen Biogas wird bandförmig Ökostrom erzeugt, die Speicherbarkeit des gasförmigen Energieträgers bleibt dabei völlig ungenutzt.

An neuen Anreizen für die Biomethan-Produktion und dessen Einspeisung ins Gasnetz wird auf politischer Ebene seit Jahren – bislang leider ohne Ergebnis – gearbeitet.

Erneuerbare Gase einspeisen mit inGRID

Biomethan kann entweder aus der feuchten Biomasse mittels Fermentation oder aus der festen Biomasse mittels Gasifizierung hergestellt werden. Wo der ideale Einspeiseort ins Gasnetz liegt und wo die höchsten Potenziale für die Erzeugung von Biomethan aus Reststoffen liegen, zeigt inGRID, unsere digitale Einspeisekarte für erneuerbare Gase. 

Das Umweltbundesamt (Szenarien realisierbare erneuerbare Stromerzeugung) hat für die Erstellung des Netzinfrastrukturplans das Biomethanpotential aus der Fermentation feuchter Biomasse berechnet, und kommt zum Ergebnis, dass ca. 10,7 TWh Biomethan - ausschließlich aus feuchten Reststoffen - in Österreich realisierbar sind.

Die BEST - Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH hat für die Erstellung von inGRID das Biomethanpotential aus der Gasifizierung von fester Biomasse berechnet. Anhand von zwei Szenarien – mit und ohne zukünftige Verstromung von fester Biomasse- können laut BEST 11 - 22 TWh an Biomethan – ausschließlich aus festen Reststoffen- in Österreich 2040 produziert werden.

Pipeline-Bottom

Biomasse

Unter feuchte Biomasse fallen Reststoffe wie beispielsweise Wirtschaftsdünger (Gülle), landwirtschaftliche Reststoffe (Maisstroh, Rübenblätter, Zwischenfrüchte, etc.), der Hausgartenkompost und Grünschnitt sowie Abfälle der Lebensmittelindustrie und der Biotonne.

Unter feste Biomasse fallen holzartige Reststoffe wie Brennholz, Waldhackgut, Sägenebenprodukte, Rinde, Schwarzlauge, Altholz und Holzimporte für die energetische Nutzung.