Positiver UVP-Bescheid für Pumpspeicherkraftwerk Limberg III

14.07.2017

Für das geplante Pumpspeicherkraftwerk Limberg III in Kaprun (Pingzau) liegt seit Freitag ein positiver UVP-Bescheid vor. Ob das unterirdische 480-Megawatt-Kraftwerk gebaut wird, hänge jedoch von den Rahmenbedingungen am Strommarkt ab, teilte der Verbund mit. Pumpspeicherkraftwerke seien für die Abfederung von Netzschwankungen zwar notwendig, ihr Bau und Betrieb derzeit aber nicht wirtschaftlich.

"Die Dienstleistung der Netzstabilisierung wird momentan und in absehbarer Zeit nicht abgegolten", sagte Verbund-Sprecher Wolfgang Syrowatka am Freitag zur APA. Das Kraftwerk müsse sich daher über den Strompreis am Markt finanzieren. Der sei aktuell niedrig, zudem sei auch der Unterschied zwischen tiefem Strompreis ("Base") und hohem Strompreis ("Peak") aktuell sehr gering. "Der Bedarf für das Projekt wäre da. Aber wir müssen uns die geplante Investition konkret anschauen."

Zugleich hänge eine Realisierung vom Ausbau der Übertragungsnetze und damit auch vom Bau der geplanten 380-kV-Leitung durch Salzburg ab - ab 17. Juli verhandelt das Bundesverwaltungsgericht in Wien über die Berufung. "Das Projekt kann nur dann seine volle Wirkung entfalten, wenn leistungsstarke Netze zur Verfügung stehen", sagte Syrowatka. Der UVP-Bescheid sei bis zum 31. Dezember 2025 gültig.

Wie der Verbund mitteilte, werde Speicherkraft als "grüne Batterie" dringend gebraucht, weil durch den Ausbau der erneuerbaren Energien der Bedarf an Ausgleichs- und Regelenergie zunimmt. Die Erzeugung aus Wind und Sonne sei volatil und schwer planbar. Ohne eine zusätzliche Beeinträchtigung der Umwelt könne mit dem Kavernenkraftwerk Limberg III die Leistung der Kraftwerksgruppe Kaprun um weitere 480 Megawatt auf über 1.300 MW gesteigert werden und so - etwa bei Windstille - der Ausfall von über 500 modernen Windrädern innerhalb kürzester Zeit kompensiert werden.

Limberg III soll wie sein 2011 ans Netz gegangenes Zwillingskraftwerk Limberg II auf die beiden Hochgebirgsstauseen Moserboden und Wasserfallboden in Kaprun zurückgreifen und vollständig im Berg verschwinden. Anders als Limberg II soll das neue Projekt der Feinregelung im Netz dienen. Dies bedeute, dass nicht immer die vollen 480 MW Leistung zum Einsatz kommen, sondern der Einsatz auch in Teillastbereichen möglich sein wird.

Quelle: APA