COSIMA

COSIMA - Grenzüberschreitende Gasmarktintegration in der europäischen Union

Das von AGGM und seinen Marktpartnern entwickelte Modell COSIMA (Crossborder Operating Strongly Integrated Market Area) verbindet die österreichischen Marktgebiete Tirol und Vorarlberg mit dem deutschen Marktgebiet NCG. 

COSIMA erreicht dabei eine in Europa noch nie dagewesene Integrationstiefe von Gasmärkten verschiedener Mitgliedsstaaten. Die gesetzlichen Grundlagen dazu schaffen das österreichische Gaswirtschaftsgesetz 2011 und die Gas Marktmodell Verordnung 2012. 

Mit COSIMA ist ab dem 1. Oktober 2013 die Buchung von Grenzübergangskapazitäten durch den Lieferanten nicht mehr erforderlich. Stattdessen wird eine engpassfreie Belieferung von Endverbrauchern in Tirol und Vorarlberg direkt vom virtuellen Handelspunkt NCG aus ermöglicht. 

COSIMA zeigt, dass Gasmarktintegration in Europa nicht nur ein politisches Ziel ist, sondern auch praktisch erreicht werden kann. Das Modell ermöglicht eine deutliche Belebung des Wettbewerbes in den Gasmärkten Tirol und Vorarlberg zu Gunsten der Endverbraucher

Die operativen Bestimmungen sind sehr einfach gehalten. Jeder Lieferant übergibt das für seine Endverbraucher in Tirol und Vorarlberg bestimmte Gas am virtuellen Handelspunkt NCG an AGGM. Die Abwicklung erfolgt nach den deutschen Marktregeln für die Übergabe von Gasmengen zwischen Bilanzkreisen am virtuellen Handelspunkt. AGGM organisiert den Weitertransport nach Tirol und Vorarlberg und bucht die dafür erforderlichen Grenzübergangskapazitäten. Die dafür anfallenden Kosten werden auf die Ausspeisepunkte zu den Endverbrauchern gewälzt. 

Die Bilanzierung der Endverbraucher in Tirol und Vorarlberg erfolgt über ein integriertes Bilanzgruppensystem nach den österreichischen Marktregeln. Jeder Lieferant benötigt dabei nur mehr eine einzige Bilanzgruppe für Tirol und Vorarlberg. Der Lieferant erhält in diese Bilanzgruppe genau jene Gasmengen als Einspeisung gutgeschrieben, die er an AGGM am virtuellen Handelspunkt NCG übergeben hat. 

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Am 05.07.2013 wurden die Allgemeinen Bedingungen des Verteilergebietsmanagers für die Marktgebiete Tirol und Vorarlberg von der Energie-Control Austria genehmigt.  

Am 06.05.2013 wurde den Marktteilnehmern im Rahmen einer Agora das neue Gas-Marktmodell COSIMA vorgestellt. Die Inhalte finden Sie in den beigefügten Präsentationen.

Warum können Gaslieferanten über Bilanzgruppen der Energiehändler in Vorarlberg/Tirol keinen direkten Zugang zum NCG-Hub erhalten? 

Das wesentliche Ziel bei der Entwicklung des Marktmodells COSIMA war, den barrierefreien Zugang für österreichische Marktteilnehmer zum Marktgebiet NCG im Rahmen der bestehenden Rechtssysteme in Deutschland und Österreich zu ermöglichen. Um allerdings die nach wie vor unterschiedlichen Regeln der Bilanzierung und Ausgleichsenergieverrechnung zu verbinden, wurde das Modell der korrespondierenden Bilanzgruppen und Bilanzkreise gewählt. Bilanzgruppen in Österreich und Bilanzkreise in Deutschland lassen sich zum Vorteil der Marktteilnehmer in beiden Ländern unbürokratisch gründen. 

Wie sieht es mit der Umsetzung dieser Spiegelbilanzgruppen aus? 

Die Rückmeldungen von Erdgashändlern, die bereits in Tirol und Vorarlberg aktiv sind bzw. dort einen Markteintritt erwägen, zeigen, dass diese in den meisten Fällen bereits über Ressourcen für das Bilanzkreismanagement im Marktgebiet NCG verfügen. Aus Sicht der österreichischen Marktteilnehmer erweist es sich als besonders vorteilhaft, dass sich das Management einer Bilanzgruppe in Österreich in den Grundzügen kaum vom Management eines Bilanzkreises in Deutschland unterscheidet. Das Zusammenwirken korrespondierender Bilanzgruppen und Bilanzkreise kann dabei völlig frei innerhalb eines einzelnen Unternehmens, innerhalb einer internationalen Konzernstruktur oder zwischen zwei Unternehmen mit einer entsprechenden Lieferbeziehung zu einander organisiert sein. 

Wie genau sieht der Ablauf der Gaslieferung über die korrespondierenden Bilanzkreise aus, wofür werden Spiegelbilanzkreise benötigt? 

Ein Bilanzgruppenverantwortlicher meldet in Österreich beim Verteilergebietsmanager, der AGGM, den Endkundenverbrauch in Tirol und Vorarlberg an. Parallel übergibt der Bilanzkreisverantwortliche diesen Bedarf in Form einer Nominierung des korrespondierenden Bilanzkreis am virtuellen Handelspunkt NCG an die AGGM. AGGM wickelt anschließend den weiteren Gastransport vom virtuellen Handelspunkt NCG über die deutsch-österreichische Grenze bis zu den Endkunden in Tirol und Vorarlberg ab. Siehe auch beigefügte Modellbeschreibung. 

Ist die Umsetzung (Cosima) weiterhin für Oktober geplant? 

Die Umsetzung des Gasmarktmodells COSIMA zum 1. Oktober 2013 ist in der österreichischen Gasmarktmodellverordnung 2012 der zuständigen Regulierungsbehörde (die E-Control Austria) rechtsverbindlich verankert. Insbesondere aufgrund der engen Zusammenarbeit aller beteiligten Systembetreiber in Deutschland und Österreich und der planmäßigen Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen ist die AGGM überzeugt, dass der Marktmodellwechsel zum 1.10.2013 einwandfrei funktionieren wird. 

Was steht als nächster Schritt dafür an? 

Aus der Sicht der Erdgashändler ist als nächster Schritt die Registrierung beim zuständigen Bilanzgruppenkoordinator (der A&B, http://www.aundb.at) erforderlich, der als One-Stop-Shop für die Vertragsabschlüsse im Rahmen der Marktteilnehmerregistrierung verantwortlich ist. Den abzuschließenden Verträgen liegen die Allgemeinen Bedingungen des Verteilergebietsmanagers und des Bilanzgruppenkoordinators zugrunde. Diese wurden Anfang Juli 2013 von der E-Control Austria genehmigt.